Um sprach/kulturspezifische Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten in der emotionalen Konnotation lexikalischen Materials zu kontrastieren, wurden in der ersten Projektphase umfangreiche Datenbasen mit Einschätzungswerten emotionaler Variablen (Valenz, Erregungsniveau, Bildhaftigkeit, sowie Konkretheit und Vertrautheit) für jeweils über 6.000 Wörter des Deutschen, Englischen und Spanischen erstellt.

Dieses Wortmaterial wird in experimentellen Designs verwendet, die u.a. untersuchen, wie sich die Verarbeitung emotionaler Sprachinhalte zwischen Erst- und Zweitsprache unterscheidet und wie je nach Sprache unterschiedliche emotionale Konnotation spezifischer Inhalte vom mehrsprachigen Individuum erfasst und individuell verhandelt wird, insbesondere wenn sich hierin kulturelle Unterschiede manifestieren.

Im Laufe der fortschreitenden Arbeiten soll der experimentelle Fokus auf die Verarbeitung zunehmend komplexer Sprachstrukturen (Sätze, Idiome und Sprichwörter) erweitert werden.

Der sprachvergleichende Ansatz sowie die Arbeit mit mehrsprachigen Probanden (frühe Bilinguale sowie Zweitsprachenlerner) sollen es ermöglichen, die grundsätzliche Frage zu untersuchen, in welchem Maße die spezifischen Gegebenheiten einer Sprache das individuelle Erleben und den Ausdruck von Emotionen zu prägen imstande sind.

Zur Anwendung kommen klassische Messverfahren der experimentellen psychologischen Forschung sowie der Neurowissenschaften: neben Ratings (Einschätzungsdaten) und Reaktionszeitmessungen insbesondere Ableitungen physiologischer Parameter (Hautleitfähigkeit, EDA; Herzrate, EKG; Muskelaktivität, EMG) sowie Elektroenzephalographie (EEG) und funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT).

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Publikationen

Marina Arzola, G.M., Recio, G., Jacobs, A .M., Conrad, M. (2011, Im Druck). Is personality modulated by language?. International Journal of Bilingualism. Zusammenfassung
Conrad, M., Recio, G., Jacobs, A.M. (2011). The time course of emotion effects in first and second language processing: A cross cultural ERP study with German-Spanish bilinguals. Front. Psychology 2:351. doi: 10.3389/fpsyg.2011.00351. Zusammenfassung