Schon in der Antike wird von ästhetischen Erlebnissen berichtet, die sich als spezifische Mischung aus Staunen, starker Attraktion und latenter Abwehr umschreiben lassen. Seit dem 19. Jahrhundert wird diese emotionale Qualität als Faszination bezeichnet.
Ausgehend von jüngeren philosophischen und psychologischen Konzeptionen von Faszination entwickelt das Projekt historische und empirische Zugänge zu dieser kaum erforschten ästhetischen Emotion. Eine Begriffsgeschichte wird erarbeitet.
Die Arbeit wird in drei Teilprojekten durchgeführt: Untersucht werden literarische und theoretische Texte des Mittelalters und des 18. und 19. Jahrhunderts. Zudem wird angestrebt, auf Basis theoretischer Konzeptionen und explorativer Studien ein emotionspsychologisches Modell von Faszination zu entwickeln und in Rezeptionsstudien empirisch zu überprüfen.
Faszination wird vorläufig als insgesamt positive emotionale Reaktion auf eine widersprüchliche Bewertung von Umweltreizen angesehen, die zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes motiviert.
Martin Baisch:
Faszination, Neugier und Spannung im höfischen Roman des Hoch- und Spätmittelalters
Andreas Degen:
Faszination als poetologische Denkfigur im 18. und 19. Jahrhundert
Jana Lüdtke:
Explorative und experimentelle Untersuchung zur Faszination als Rezeptionsphänomen

