Sowohl Emotionen als auch Schlaf modulieren Gedächtnisprozesse, jedoch ist ihre Interaktion während frühkindlicher Entwicklungsphasen bisher völlig unverstanden. Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es, die Bedeutung der Interaktion von Emotion und Schlaf für den schnellen Worterwerb (das sog. fast mapping) von Kleinkindern aufzuklären.
Im Rahmen einer Kombination von Elektrophysiologie und Verhaltenstest untersuchen wir, inwieweit der initiale Erwerb (das Enkodieren) der Zuordnung einer Wortform zu einem Objekt-Referenten und die spätere Übernahme des neu gelernten lexikalisch-semantischen Wissens ins Langzeitgedächtnis (das Konsolidieren) vom emotionalen Gehalt in der Sprachmelodie beeinflusst werden.
Aufschluss über das emotionsabhängige Enkodieren in der Lernphase sowie über den kindlichen Schlaf- bzw. Wachzustand während der Konsolidierungsphase sollen die entsprechenden Hirnreaktionen geben. Die Behaltensleistung im anschließenden Verhaltenstest soll klären, inwieweit emotionale Prosodie die Konsolidierung von lexikalisch-semantischem Wissen beeinflusst, und ob der Einfluss der Emotion auf das Langzeitgedächtnis von spezifischen Schlafphasen in der Konsolidierungsphase abhängt.

