Das Projekt geht davon aus, dass neben ökonomischen Faktoren dem öffentlichen Diskurs eine eigenständige Erklärungskraft für die Entwicklung der aktuellen Finanzkrise zukommt. Wir interessieren uns vor allem für drei Elemente, die wir als maßgeblich für das Framing ökonomischer Entscheidungen vor allem der privaten Haushalte ansehen: die Zuschreibung von Verantwortung für die Ursachen der Krise, die Benennung der durch sie hervorgerufenen Emotionen sowie die interpretativ wie affektiv wirksamen Sprachbilder, in denen sie dargestellt wird.

Wir fragen, welche Rolle Emotionen im Diskurs zur Wirtschaftskrise spielen, insbesondere in der massenmedialen Berichterstattung und in den Aussagen politischer Schlüsselakteure, die wir aufgrund ihrer besonderen Motivlage als Kontrastfolie in die Analyse einbeziehen. Allgemein formuliert: Wie werden ökonomische Krisen emotional konstruiert? Welche Emotionen werden angesprochen und welche emotionsrelevanten Deutungsmuster transportiert? Haben diese im zeitlichen Verlauf eine bestimmte Sequenz (etwa von Angst zu Wut übergehend)? Und in welchem Zusammenhang stehen sie zu volkswirtschaftlichen Indikatoren, beispielsweise zu Konsumklima, Sparquote, Börsen-Indices und Arbeitslosenzahlen?

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Publikationen und Konferenzbeiträge

Beitrag von Christian von Scheve und Veronika Zink in der Ad-hoc Gruppe "Transnationale Dynamiken von Emotionskulturen" auf dem Jubiläumskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Transnationale Vergesellschaftungen", 11. bis 15. Oktober 2010. Abstract

Beitrag zum Thema "Financial risk perception: A normative-affective model" von Christian von Scheve, gemeinsam mit Rolf von Lüde, Universität Hamburg, auf dem 22nd Annual Meeting of the Society for the Advancement of Socio-Economics (SASE), June 24-26, 2010, Temple University, Philadelphia, USA. Panel: "Understanding the Financial Crisis".

Beitrag von Nina Peter: "Ökonomie als Literatur, Literatur als Ökonomie. Elfriede Jelineks Die Kontrakte des Kaufmanns (2009)", auf der "7th International Postgraduate Conference on Current Research in Austrian Literature", Ingeborg Bachmann Centre for Austrian Literature der University of London, 3. bis 4. 6. 2010. Abstract

Vortrag von Nina Peter: "Kollabierende Sprachsysteme. Zwei Strategien der sprachlichen Verarbeitung der Geldwirtschaft" auf der Konferenz "Im Nirwana der Hyperrealität? Geldwirtschaft zwischen 'Realökonomie' und Fiktionalität", Akademie der Wissenschaften in Hamburg, 25. bis 27. 2. 2010. Abstract

Tagungsbericht im Handelsblatt