Am Beispiel des Hollywood-Kriegsfilms lassen sich die Strategien emotionaler Mobilisierung durch die Inszenierung audiovisueller Bilder exemplarisch analysieren und darstellen. Es wird davon ausgegangen, dass die zeitlich organisierte Wahrnehmungs- und Empfindungsbewegung des Zuschauers durch audiovisuelle Ausdrucksbewegungseinheiten strukturiert ist. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier der Weiterentwicklung standardisierter filmanalytischer Methoden, mit denen diese Inszenierungsstrategien in überprüfbarer Weise beschreibbar werden.
In einem ersten Schritt erfasst das Projekt Standardszenen einer affektorientierten Dramaturgie des Kriegsfilmgenres (Pathosszenen des Genres). Auf Basis dieser kategorialen Ordnung werden die Standardszenen der jeweiligen Kriegsfilme in ihrem immanenten Aufbau und in ihrer dramaturgischen Anordnung beschrieben sowie mit Blick auf eine Affektpoetik des Kriegsfilmgenres untersucht. Diese Form qualitativer Medienanalyse erfolgt innerhalb einer IT-Infrastruktur, die im Rahmen dieses Projekts speziell entwickelt wird.
In seiner wirkungsästhetischen Fragestellung erarbeitet das Projekt grundlegende methodische Modelle und Instrumente für eine empirisch orientierte, interdisziplinäre Erforschung der medialen Emotionsvermittlung. Es stellt somit angrenzenden Wissenschaftsbereichen eine operationalisierbare Analysemethode audiovisuell organisierter Emotionen zur Verfügung.
Dieses Projekt ist abgeschlossen.
Projektprofil
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Publikationen
(2011, Im Druck). Kalkulierte Raserei. Der Zorn des Rekruten im Kriegsfilm. Zill, R. (Ed.). Von Achilles bis Zidane. Zur Genealogie des Zorns. Berlin: Akademie-Verlag.
(2011, Im Druck). Mobilisierung der Sinne. Der Hollywood-Kriegsfilm zwischen Genrekino und Historie. Berlin: Vorwerk 8.


