Im beruflichen Kontext ist es oft nicht angemessen, negative Gefühle offen zu zeigen. Dagegen werden die Demonstration von Selbstsicherheit und das Präsentieren positiver Gefühle erwartet. Eine Vorstudie hat gezeigt, dass viele Bewerber in einem Vorstellungsgespräch versuchen, negative Emotionen wie Angst oder Unsicherheit zu unterdrücken bzw. zu verbergen. Es ist bekannt, dass die Unterdrückung von Gefühlen physiologische, affektive, soziale und kognitive Konsequenzen haben kann. Bisher sind mögliche Folgen des Emotionsausdrucks in beruflichen Kontexten jedoch erst wenig erforscht.
In dem Projekt werden psychologische Konsequenzen des Emotionsausdrucks im Kontext von Bewerbungsinterviews untersucht. In verschiedenen experimentellen Bedingungen werden zum Teil konkrete Display Rules (emotionale Darbietungsregeln) zum Emotionsausdruck vorgegeben. Verschiedene mögliche Konsequenzen werden untersucht. Es soll weiterhin überprüft werden, ob bestimmte Personenmerkmale den Emotionsausdruck bzw. Konsequenzen des Emotionsausdrucks beeinflussen. Von den Befunden versprechen wir uns Erkenntnisse über mögliche psychologische "Kosten" von Emotionsunterdrückung im Bewerbungsinterview.


