Leitung

Univ.-Prof. Dr. Christoph Wulf
(Freie Universität Berlin)

Univ.-Prof. Dr. Shoko Suzuki
(Kyoto University)

Mitarbeitende

Univ.-Prof. Dr. Jörg Zirfas
(Universität Erlangen-Nürnberg)

Univ.-Prof. Dr. Toshio Kawai
(Kyoto University)

Dr. Ingrid Kellermann
(Freie Universität Berlin)

Dr. Fumio Ono
(Kyoto University)

Glück als Inszenierung und soziale Handlung in Familie und Schule. Eine komparative deutsch-japanische Studie

Gemeinsames Projekt der beiden Clusters of Excellence der Freien Universität Berlin ( "Languages of Emotion") und der Kyoto University ("Risk and Happiness")

Das Projekt untersucht die Konstruktion von Glück in einem interkulturellen Vergleich zwischen Deutschland und Japan. Ausgehend von den Thesen, dass Emotionen in der performativen Umsetzung vielfältige Prägungen erhalten (kulturelle, institutionelle, gemeinschaftliche, individuelle etc.), und dass Emotionsverhalten sich nicht nur in individuellen Gesten und im Körperverhalten, sondern auch in der Dramaturgie der Inszenierungen sozialer Interaktionen, insbesondere in rituellen Aufführungen verdichtet, liegt der Fokus der ethnographischen Studie auf den diversen (rituellen) Praktiken des Glücks in zwei pädagogisch relevanten Sozialisationsfeldern Familie und Schule. Durchgeführt wird diese Studie durch drei deutsch-japanische Teams in drei deutschen und drei japanischen Familien sowie in einer Berliner und einer Kyotoer Grundschule; in Deutschland wird das Weihnachtsfest, in Japan das Neujahrsfest Gegenstand der Studie. Während der jeweiligen Familienfeste wird bei diesen Familien untersucht, welches Glück sie in ihren Festen erwarten, wie die Mitglieder der Familie familiales Glück inszenieren, welche Situationen familialen Glücks sie durch ihr soziales Handeln schaffen und wie sie schließlich Glück erfahren. In einer Fallstudie soll präzise herausgearbeitet werden, welche Interaktionen die verschiedenen Familienmitglieder vollziehen und welche Glückseffekte diese auf der sozialen sowie auf der persönlichen Ebene haben. Sodann werden Glückserfahrungen und Glücksvorstellungen von Kindern in zwei Grundschulen in Kyoto und Berlin mit den jeweiligen deutsch-japanischen Teams untersucht. Im Mittelpunkt steht hier, wie Kinder Glück z.B. im gemeinsamen Handeln mit Freunden, in gelingender unterrichtlicher Kooperation und bei Anerkennung durch Mitschüler und Lehrerinnen erfahren. In methodischer Hinsicht werden u.a. (videogestützte) teilnehmende Beobachtung, Fragebögen, Werkanalysen, leitfadengestützte Interviews und Gruppendiskussionen verwendet. Darauf erfolgen eine Triangulation der Methoden und eine Validierung in den einzelnen Teams und im Gesamtteam. Forschungsinteresse der Studie ist es, die performative Dynamik emotionalen Ausdrucksverhaltens des Glücks in zwei unterschiedlichen Institutionen und Kulturen zu erfassen, um somit Semantiken sowie Erscheinungsformen und -prozesse von Glück vergleichend herausarbeiten zu können.

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