Das Forschungsprojekt befindet sich in der letzten Phase eines längeren Forschungsvorhabens zu den mittelalterlichen Tristanromanen, das zunächst in Zusammenarbeit mit zwei Kolleginnen aus den USA bearbeitet wurde. Die letzte Phase dient der Erstellung einer englischsprachigen Monographie des Titels Tristan and Isolde, and the Emotional Cultures of the Middle Ages, in der die narrative Organisation von Gottfrieds von Straßburg Tristan mit mittelalterlichen Konventionen der literarischen Darstellung von Emotionen korreliert werden.

Zusammenfassend lässt sich der Ansatz der Untersuchung als Verbindung von Perspektiven auf Emotionalität und Performativität bezeichnen, insofern Performativität den Aufführungs- und transitorischen Charakter von Emotionen meint, ihre gestischen und körpersprachlichen Anteile, ihr Wirken in Zeit und Raum, ihre handlungsrelevanten und die Wirklichkeit regulierenden und transformierenden Potentiale. Einem Ansatz bei paradigmatischem Erzählen gemäß wird der Tristan in Segmenten analysiert, die unterschiedliche Traditionen der Darstellung von Emotionen in mittelalterlicher Literatur integrieren ('Gefühlskulturen') und methodisch unterschiedlich analysiert werden.


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