Komische Kunst und Witze zielen auf Lachen und Erheiterung des Publikums. Wir vermuten Zusammenhänge zwischen der Stärke der ausgelösten Lach- und Heiterkeitsreaktion u.a. mit der Vorbereitung der Pointe durch (positive oder negative) Emotionen und mit der sprachlichen Formung des Witzes bzw. des komischen Gedichts oder der komischen Szene.
Die Wirkungsweise dieser Einbettungen von sprachlich erzeugtem Lachen und Heiterkeit möchten wir in zwei Experimenten untersuchen. In den experimentellen Situationen werden wir uns an hämodynamischen Maßen orientieren, vor allem an der Stärke der Aktivierung im Belohnungszentrum des Gehirns.
Wir möchten durch Kooperation eines Literaturwissenschaftlers und einer Psycholinguistin die kaum erforschte Produktion positiver Emotionen durch komische Textformen und variierende Emotionsverläufe experimentell untersuchen. Verfügt ästhetisch geformte Sprache über ein nachhaltigeres Erheiterungspotential als simple Witze? Bewirkt die Einbettung komischer Sprachereignisse in einen traurigen Kontext größere oder geringere Erheiterung im Vergleich mit einer Einbettung in weitere komische Ereignisse? Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden dem Verständnis literarischer Gattungen, ästhetischer Rezeptionsprozesse und neuropsychologischer Emotionsabläufe dienen.

