Das Projekt untersucht in einem interdisziplinären Ansatz die emotionale Wirkung sprachlicher Einheiten unterhalb der Wortebene. Als Leitthese des Projektes postulieren wir den emotionalen Eigenwert einzelner Laute sowie einen generellen Zusammenhang zwischen Sprachklang und semantisch/emotionaler Bedeutung (im Sinne einer Lautphysiognomie). Dieser schlägt sich beispielsweise in der systematischen Verwendung bestimmter Phoneme für Wörter aus bestimmten Bedeutungsfeldern im lexikalischem Material unterschiedlicher Sprachen nieder.
Wir konzentrieren uns zunächst in Anlehnung an Vorarbeiten aus dem Projekt 201 "Mehrsprachigkeit" auf die deutsche, englische und spanische Sprache. Unter Einbeziehung der Perspektive der Literaturwissenschaften wird zudem die Verwendung solcher lautphysiognomischer Eigenheiten zu poetischen Zwecken in künstlerischer Sprachproduktion in den Blick genommen.
Im Laufe des Projektes sollen
a) die Ursachen solcher Zusammenhänge zwischen einzelnen Sprachlauten und Emotionen im Lichte physiologisch-artikulatorisch-perzeptiver Prozesse
b) ihre Wirkweise aus experimenteller psychologisch neurowissenschaftlicher Perspektive (unter Verwendung von EEG und fMRT) und
c) ihr Niederschlag bzw. ihre Nutzbarmachung in künstlerischer Sprachproduktion in bspw. Lyrik, Literatur und Musik untersucht werden – gestützt auf computerlinguistische Segmentierung literarischen Textmaterials.


