
Emotionale Kompetenzen stellen zentrale Schlüsselqualifikationen dar, denen in allen Lebensbereichen eine große Bedeutung zukommt. Trotz ihrer Relevanz gibt es bisher nur sehr wenige längsschnittlich orientierte Studien, die sich der Entwicklung emotionaler Kompetenzen im Kindes- und Jugendalter, ihrer Bedingungen und ihrer Veränderbarkeit widmen. Ersten wenigen Studien zufolge hängen emotionale Kompetenzen in hohem Ausmaß mit sprachlichen Kompetenzen zusammen, und es stellt sich die Frage, inwieweit die Auseinandersetzung mit Literatur emotionale Kompetenzen fördern kann. Hierzu gibt es jedoch bislang keine Studien.
Deshalb liegt der Hauptfokus dieses Forschungsprojektes auf der Entwicklung emotionaler Kompetenzen durch Lesen im Kindesalter.
Zur Überprüfung unserer Forschungsfragen wurde ein Interventions-Leseprogramm zur Förderung emotionaler Kompetenzen für Grundschüler der zweiten und dritten Klasse entwickelt, welches im Rahmen eines Prä-Post-Interventions-Kontrollgruppen-Design implementiert wurde. 210 Kinder (105 Kontrollgruppenkinder und 105 Experimentalgruppenkinder) aus brandenburgischen Horten konnten für die Teilnahme an der Studie gewonnen werden.
Das Interventions-Leseprogramm basierte auf der Lektüre eines emotionsbezogenen Kinderbuches, welches über acht Wochen in 15 Kleingruppen diskursiv bearbeitet wurde. Sprachliche und emotionale Kompetenzen wurden vor und nach der Intervention gemessen, um das Wechselspiel dieser beiden Kompetenzen sowie den Anstieg emotionaler Kompetenzen zu untersuchen. In diesem Rahmen hat eine umfassende Recherche von Testverfahren sowie die Entwicklung und Adaption neuer Messinstrumente zur Erfassung sprachlicher und emotionaler Kompetenzen im Kindesalter stattgefunden.
Nachdem das Lese-Interventionsprogramm durchgeführt wurde, soll es in der gegenwärtigen Projektphase auf der Grundlage der erhobenen Daten evaluiert werden.


