Bei der Datenerhebung an drei Berliner Gymnasien wird im Rahmen einer Teilnehmenden, teils Videogestützten Beobachtung der Sexualaufklärung im Fach Biologie der Sekundarstufe 1 fokussiert, in welchen Kontexten Schamreaktionen in Kommunikationsprozessen beobachtbar sind. Weiter wird danach gefragt, welche Rolle Beschämung in diesen Kontexten spielt.

Ergänzend wurden mit den Lehrenden teilstandardisierte ExpertInneninterviews und mit den SchülerInnen Gruppendiskussionen geführt.

Ausgangspunkt der Studie ist die Annahme, dass das Thema Sexualität aufgrund tradierter Normen und Werte in westlichen Gesellschaften, auch nach der sexuellen Revolution der 1960er Jahre, besonders schambesetzt ist. Schule hat neben der Vermittlung der durch die Rahmenlehrpläne vorgegebenen Bildungsinhalte auch die Aufgabe, die grundlegenden Normen und Werte einer Gesellschaft weiterzugeben. Ergeben sich aus den geschlechts- und sexualitätsbezogenen Normen und Werten Lehrender und den Inhalten der Rahmenlehrpläne, im Sinne eines heimlichen Lehrplans, ein Spannungsfeld?

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