Projektleitung

 
 

Projektmitarbeiter

 

Studentische Hilfskräfte

 

Angegliedertes DFG-Projekt:

„Sozialisation von Emotionen in einer indonesischen Gesellschaft (Minangkabau)“
Projektmitarbeiterin: Susanne Jung

Süd-Sulawesi, Indonesien / South Sulawesi, Indonesia © Martin Rössler
Sozialisation und Ontogenese von Emotionen im Kulturvergleich

Das Projekt ist an der Schnittstelle von ethnologischer und entwicklungspsychologischer Emotionsforschung angesiedelt. Im Rahmen ethnologischer Feldstudien in drei unterschiedlichen Kulturen soll vergleichend untersucht werden, auf welche Art und Weise Kinder kategoriales Emotionswissen erwerben, d.h. wie sie zunächst unspezifische affektive Erregungen als bestimmte Emotionen wahrzunehmen lernen und wie sie das Wissen darüber erlangen, wann und wie diese Emotionen auszudrücken und zu regulieren sind. Darüber hinaus soll ermittelt werden, welche expliziten und impliziten kulturellen Transmissionspraktiken und Erziehungsmethoden hierbei eine Rolle spielen.

Als Vergleichskulturen sind die Minangkabau in West-Sumatra (angegliedertes DFG-Projekt "Sozialisation von Emotionen in einer indonesischen Gesellschaft (Minangkabau)"), die Bara im Süden von Madagaskar sowie die Tao auf der taiwanischen Insel Lanyu ausgewählt worden. Alle drei Kulturen gehören der westaustronesischen Sprachfamilie an, weisen aber gravierende Unterschiede in ihrer Sozialstruktur, Ökonomie und religiösen Orientierung auf, weshalb deutliche Differenzen in den jeweiligen Sozialisationsverläufen zu erwarten sind.

Das empirische Datenmaterial wird im Rahmen von 14 bis 16-monatigen Feldstudien erhoben. Die Auswertung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem entwicklungspsychologischen Kooperationspartner des Projektes, Prof. Manfred Holodynski von der Universität Münster.

Eine vergleichende Untersuchung der emotionalen Entwicklung vom "kulturneutralen" Neugeborenen bis hin zum kulturell hochgradig geprägten Erwachsenen kann die komplexen und dynamischen Interdependenzen zwischen biopsychischen Reifungsprozessen und soziokulturellen Einflussfaktoren entscheidend erhellen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Überprüfung entwicklungspsychologischer Annahmen über universale emotionale Entwicklungsphasen und -mechanismen.

 

Über die Navigationsleiste in der linken oberen Ecke der Seite können nähere Informationen zu unserer Arbeit gefunden werden.

Zum Vergrößern ins Bild klicken / Click image to enlarge
Bookmark:del.icio.us

Projektprofil

Area

Publikationen

Röttger-Rössler, B., Scheidecker, G., Jung, S., Holodynski, M. (2011). Socializing emotions in childhood: A cross-cultural comparison between the Bara in Madagascar and the Minangkabau in Indonesia. Mind, Culture, and Activity: An International Journal (Special issue on “Psychology of Emotions and Cultural Historical Activity Theory”).

 

Partnerprojekt

Kollidierende Gefühlswelten – Emotionen im Kontext von Migration

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Günther Schlee, Abteilung I: Integration und Konflikt, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle/Saale


The issue of the project concerns the intra- and interpersonal conflicts that emerge with the clash of antagonistic ‘feeling rules’ (Hochschild 1979) in the context of migration. This will be explored by studying the specific tensions that migrants are exposed to, who have been emotionally socialised according to specific cultural norms, but are now living in a social context in which different concepts are prevalent.

Projektmitarbeiterin: Judith Reissner