Gegenstand des Projekts sind die Voraussetzungen, die zum einen die Sprache des Subjekts über seine eigenen Emotionen, zum anderen die Sprache über die Emotionen fremder Personen ermöglichen. Es wird angenommen, dass es sich bei diesen Fällen um verschiedenartige Bedingungen handelt.
Dies kann zwei Konsequenzen haben: (1) dass die Emotionen, über die gesprochen wird, unterschiedlich konstituiert werden; (2) dass die Erkenntnischancen und damit die Wahrheitsmöglichkeiten des Sprechens über fremde und über eigene Emotionen verschieden sind.
Das Verhältnis des erkennenden Subjekts zu seinem Gegenstand ist im Fall der Fachwissenschaften, insbesondere der Psychologie, methodologisch gesichert. Hingegen kann das befragte Subjekt sein Verhältnis zu den eigenen Emotionen, Erfahrungen und sprachlichen Beschreibungen nicht selbst methodisch kontrollieren.
Welches Verhältnis besteht dann zwischen der methodischen Erfassung von Emotionen fremder Personen und dem Erleben und sprachlichem Ausdruck eigener Emotionen? Hat die fachwissenschaftliche Sprache über Fremdpsychisches die gleichen Bedeutungen und die gleichen Wahrheitswerte wie die Sprache des erlebenden Subjekts über seine eigenen Emotionen?
Wenn dies aber nicht der Fall ist: Welche Folgen hat dies für die wahrheitstheoretische Einschätzung der Selbstaussagen, insbesondere von Untersuchungspersonen?


