Thematische Gliederung des Clusters
Der Cluster ist in vier Forschungsgebiete gegliedert.
In Gebiet A untersuchen Linguisten und Sprachpsychologen die Wirkung von Emotionen auf unsere Sprache und andere Zeichensysteme. Dafür untersuchen sie u. a. das menschliche Sprachsystem, Sprachgebrauch und Spracherwerb.
In Gebiet B untersuchen Geisteswissenschaftler, welchen speziellen Gebrauch die Künste von den emotionsformenden und -fördernden Möglichkeiten der Sprache und anderer Zeichensysteme machen. Ziel ist dabei, spezifisch ästhetische Eigenschaften künstlerischer Affektmodellierungen zu klären.
Forschungsgebiet C verknüpft Ergebnisse und offene Fragen der Bereiche A und B. Es dehnt die primär sprachpsychologische und linguistische Herangehensweise an Kopplungen von Zeichen und Affekt (Gebiet A) ins Gebiet der klinischen Psychologie und der Neuropsychiatrie aus. Untersucht wird das Konzept der „emotionalen Kompetenz“ – und insbesondere ihrer Störungen – auf Rückkopplungen mit sprachlicher Kompetenz. Durch dieselbe Öffnung zu psychologisch und psychiatrisch informierten Lesarten werden Ansätze aus Gebiet B erweitert. Verschiedene Formen affektiver Kunstrezeption können sowohl als Faktoren der Entwicklung emotionaler (und sprachlicher) Kompetenz, als Indikatoren ihrer Störungen wie auch als Instrumente therapeutischer Interventionen untersucht werden.
Während die in C untersuchten Entwicklungen und Störungen von Sprache und Gefühl mitunter stark von sozialen Faktoren abhängt, die das unmittelbare persönliche Umfeld prägen (insbesondere Eltern-Kind-Beziehungen), fragt der Forschungsbereich D nach sozialen und kulturellen Dimensionen der Emotionsbildung, die über größere soziale Bereiche und symbolische Strukturen von Gesellschaft vermittelt sind. In sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungsprojekten geht es u. a. um die vielfältigen, historisch variierende Wirkung kultureller Artefakte für die Hervorbringung, Einübung oder auch Ambiguisierung von sogenannten „Gefühlscodes“.


