Emotionsforschung

Die Emotionsforschung ist bereits seit den achtziger Jahren ein fester Bestandteil der Evolutionären Psychologie. Bemerkt, dass Emotionen für ausgeführte Handlungen elementar und damit ausgesprochen wichtig sind hat jedoch schon Charles Darwin Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch Sigmund Freund forschte über die Verknüpfung von Emotionen und Gefühlen und führte sie in einen untrennbaren Zusammenhang. Besonders ausgeprägt wird dieses Teilgebiet der Psychologie heute in den vereinigten Staaten von Amerika erforscht. Dort spielt sie eine weitaus größere Rolle, als beispielsweise in Europa. Als Vergleich kann angeführt werden, dass die Emotionsforschung hier noch in den Kinderschuhen steckt. Dies ist auch der Fall, weil die Emotionsforschung lange Zeit von der Kognitionsforschung als unseriöses Anhängsel betrachtet und damit stark vernachlässigt wurde. Zu den bekanntesten Forschern auf diesem Gebiet gehören deshalb die beiden US- Amerikaner David M. Buss und Randolph M. Nesse. Als Evolutionspsychologe beziehungsweise Evolutionsmediziner widmen sie sich allen Aspekten rund um die Erforschung der Emotionen.

Thesen und Nutzen der Emotionsforschung
Die These, welche bei der Emotionsforschung immer im Mittelpunkt steht ist, dass Emotionen, welche der jeweiligen Person angeboren sind immer auch, zumindest zum Teil durch die Evolution entstanden sind. Viele emotionsgesteuerten Handlungen werden somit als evolutionsbedingt angesehen. Durch die Emotionsforschung konnte gezeigt werden, dass es angeborene Emotionen gibt, welche jedoch durch so genannte Evolutionsfaktoren beeinflusst werden können. Diese sind beispielsweise Mutation und Selektion. Nur durch diese Faktoren konnten sich die heutigen Formen der verschiedenen Emotionen entwickeln. Um diese These besser verständlich zu machen kann aufgezeigt werden, dass Personen welche bestimmte Emotionen zeigten, abhängig von dem Zeitalter in welchem sie lebten sich dadurch Vorteile sichern konnten. Diese Vorteile können von Fortpflanzung bis zum reinen Überleben reichen. Nachteile können sich durch Emotionen jedoch ebenso ergeben. Beispielhaft hierfür sind etwa Zwangsstörungen, welche durch Emotionen ausgelöst worden sind oder Phobien, sowie Depressionen. Besonders nützlich erweist sich die Emotionsforschung, wenn sie im Zusammenhang mit eher schädlichen, menschlichen Handlungen steht. Beispiele sind hier die Ausübung von Verbrechen oder die Schädigung einer anderen Person. Die Emotionsforschung kann hier einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die bereits begangenen Taten nachvollziehen zu können und damit auch zukünftige Taten effektiv zu verhindern.

Probleme in der Emotionsforschung
Die Erforschung von Emotionen gestaltet sich im Allgemeinen als ausgesprochen schwierig. Allseitig anerkannt ist mittlerweile jedoch, dass Emotionen bei jeder Person unterschiedlich ablaufen und einen komplexen, dynamischen Prozess darstellen, der oft nur schwer nachvollzogen werden kann. Auch kulturelle Unterschiede in der Deutung und Verarbeitung von Emotionen stellen in der Forschung oft ein Hindernis dar. Ebenso werden subjektive Wahrnehmungen, welche einen großen Einfluss auf Emotionen haben oft nur als individuell schlüssig angesehen. Außerdem ist es oft nahezu unmöglich vergleichbare Emotionen in einem Labor erforschen zu können. Gerade die systematische Erzeugung erweist sich als ausgesprochen schwer.

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