Graphemik

Thema Sprache, Fachbereich: Graphemik
Die Graphemik – Was verbirgt sich hinter diesem wissenschaftlichen Begriff?Die Bezeichnung Graphemik umfasst die wissenschaftliche Untersuchung von Schriftsystemen, die sowohl aus natürlichen als auch konstruierten Sprachen entwickelt wurden bzw. noch immer werden. Es finden sich zudem auch folgende Schreibweisen: Grafemik und Grafematik. Hadumond Bußmann hat diesen Begriff geprägt. In der Linguistik, also der Sprachwissenschaft, lässt sich folgende Aufbau-Pyramide erkennen (eins bis fünf, von unten nach oben):

5. Syntax
4. Morphologie
3. Phonetik/Phonologie
Graphematik
2. (Semiotik) Semantik
1. Pragmatik: Textlinguistik

Dabei findet man die Graphemik, auch Graphematik genannt, in der mittleren Position.

Womit befasst sich die Graphemik? – der Gegenstand der Graphemik

Diese Unterkategorie der Linguistik befasst sich mit den Regularitäten, die man in den geschriebenen Texten, also in der geschriebenen Sprache, wiederfinden kann. Dabei wird auch das Verhältnis untersucht, welches diese Regularitäten zu der Entwicklung der Schrift haben bzw. welchen Einfluss sie auf deren Entwicklung haben.Bei dieser Untersuchung wird insbesondere darauf geachtet, welche Bedeutung einer jeden Einheit eines Schriftsystems zukommt im Hinblick auf die jeweilige Funktion. Beispielsweise wird der Wert des Grapheminventars ermittelt. Zudem stellt sich auch die Frage nach der Beeinflussung auf die Struktur der gesprochenen Sprache.

Funktion graphemischer Untersuchungen

Die Graphemik bzw. deren Erforschung haben den Hintergrund, dass geltende Normen in der Orthografie (Rechtschreibung und Grammatik) eine fundierte Begründung erhalten. Im Vordergrund steht zudem die Entschlüsselung von historischen texten, aber auch die Umwandlung spezifischer Schriftsysteme in Systeme, die die Schrift verarbeiten, also die so genannte „Computersprache“.

Grapheme – Elemente der geschriebenen Sprache

In Deutschland bezeichnet der Begriff „Graphem“ die 30 Buchstaben und die deutschen Sonderzeichen wie Umlaute und „ß“, aber auch die Ziffern und unter bestimmten Voraussetzungen auch die Interpunktionszeichen.Der Graph ist die kleinste Einheit, die schriftbildlich darstellbar ist. Das Graphem ist die kleinste Einheit, die funktional unterscheidbar ist.

Der Bereich der Untersuchung von einer geschriebenen Sprache, die diese rein materiell untersucht, wird als Graphemik bezeichnet.

Graphematische Prinzipien – Kurzüberblick

1. die phonographisch Graphemik – jegliche Schreibweise bezieht sich auf Laute, beispielsweise Deutsch
2. die logographische Graphemik – hierbei geht es um die gedankliche Gesamtvorstellung eines Wortes, sozusagen um „Wortbilder“, beispielsweise die chinesische Hanzi-Schrift
3. die phonologische Graphemik – hierbei wird geschrieben, wie man die Worte ausspricht.

Zusammenfassung – ein Überblick kurz und informativ- Die Graphemik ist die Lehre von der Untersuchung der Schriftsysteme.
– Graphen sind verschiedene Schriftzeichen in diesen Systemen.
– Grapheme sind Einheiten eines Schriftsystems. Diese können von entscheidender Bedeutung sein.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *