Lexikologie

Die Sprache als gesellschaftliche Erscheinung und als Mittel der Verständigung einer Volksgruppe untereinander, ist Gegenstand mehrerer linguistischen Wissenschaften. Darunter fallen die Sprachkunde, die Grammatik, die Geschichte der Sprache, die Phonetik sowie die Stilistik als auch die Lexikologie (griech. lexis = Wort und logos = Lehre). Letztere kann auch als Wortkunde bezeichnet werden und ist eine selbstnständige linguistische Disziplin, die sich sowohl mit der Beschaffenheit, als auch mit den Funktionen und der Entwicklung des Wortschatzes sowie mit dessen Worteinheiten und der Phraseologismus beschäftigt. Der recht junge Fachbereich entstand erst in den 1950er Jahren als eine eigenständige Disziplin innerhalb der Sprachwissenschaft.

Als Untersuchungsgebiet dient dabei nicht nur die Hochsprache eines Landes, sondern auch die jeweiligen regionalen Dialekte mit ihren bestimmten Charakteristiken und Ausdrücken. Weiterhin befasst sich die Lexikologie mit der historischen Wortschatzentwicklung und deren Entlehnungsgeschichte sowie mit fachsprachlichen Ausdrücken. Dabei gilt es die Bestandteile einer Sprache zu untersuchen und zwischen den lexikalischen Bestandteilen wie Morphemen, Wörtern und festen Wortgruppen, mögliche Beziehungen und Regeln festzustellen.

Wie bereits oben erwähnt, ist die Lexikologie eine noch recht junge Disziplin. Ihr Terminus „Lexikologie“ ist aber erst seit wenigen Jahrzehnten gebräuchlich. Er entstand etwa in den 1970er Jahren. Zwar war dieser Terminus schon vorher vorhanden, allerdings war davor die Bezeichnung „Wortforschung“ wesentlich gebräuchlicher. Die Änderung der Terminologie geht vor allem auf den Wechsel zu einen mehr strukturalistischen Forschungsansatz innerhalb des Forschungsgebietes zurück. Denn für die Lexikologie ist im Allgemeinen die Strukturierung des Wortschatzes interessant, während die Wortbildung und Etymologie dahinter zurück treten. Formal gesehen, untersucht sie die lexikalische Morphologie von zusammengesetzten Wörtern und deren Ableitungen.

Das praktische Anwendungsfeld der Lexikologie ist die mit ihr engverwandte Lexikographie. Im Gegensatz zur Lexikologie ist die Lexikographie eine schon recht alte Forschungsdisziplin. Ihre Anfänge liegen im 16. Jahrhundert. Sie befasst sich in der Regel mit der Aufzeichnung und der Erklärung des Wortschatzes, die in Form von Wörterbüchern erscheinen. Dabei berücksichtigt sie auch die wissenschaftlichen Ergebnisse der Lexikologie, aber ebenso liefert sie auch neue Fragestellungen und Informationen für neue oder erneute lexikologische Untersuchungen.

Weitere wissenschaftliche Schwerpunkte der Lexikologie sind die verwandten linguistischen Disziplinen Onomasiologie (Bezeichnungslehre), Semasiologie (Wortbedeutungslehre), Etymologie (Ursprungslehre) und die Wortbildung. Dagegen gehört die Phraseologie (Charakterisierung bestimmter Redensarten und -wendungen) zu einer ihrer Nebenbereiche.

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