Morphologie

Der Begriff Morphologie wird von dem griechischen Wort morphé, die Form, abgeleitet und bedeutet somit die Lehre der Form. Die Morphologie ist Bestandteil der Biologie und beschäftigt sich mit Form und Struktur von Lebewesen und anderen Organismen. Die Morphologie teilt sich in drei verschiedene Unterkategorien auf. Bei der experimentellen Morphologie wird die Entwicklung eines Organismus untersucht bei unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen untersucht. In der vergleichenden Morphologie werden Organismen auf gleiche oder ähnliche Merkmale wie Formen, Strukturen und Eigenschaften geprüft, um diese beispielsweise einer Kategorie zuzuordnen. In der funktionellen Morphologie werden Strukturen und Merkmale eines Organismus auf spezielle Funktionen hin untersucht. Außerdem wird in der Morphologie zwischen der makroskopischen und der molekularen Morphologie unterschieden. Die makroskopische Morphologie untersucht zunächst nur jene Merkmale, die mit dem bloßen Auge sichtbar sind. Mit der Zeit entwickelte sich zusätzlich die molekulare Morphologie. Ab dem 19. Jahrhundert waren Forscher in der Lage Organismen bis hin zur subzellulären Ebene zu Untersuchung. Dies wird auch als Ultrastrukturforschung bezeichnet. Die Morphologie ist für viele Forschungseinrichtungen von großer Bedeutung.

Durch die Betrachtung der Formen und deren Entwicklungen kann ein Organismus wiederum erforscht und klassifiziert werden. Im Jahr 1796 wurde der Begriff der Morphologie durch den bekannten Dichter Johann Wolfgang von Goethe bekannt gemacht. Goethe versuchte anhand der Formen und Merkmale aller Pflanzen auf eine Art „Urpflanze“ zu schließen, die diese Merkmale vereint und aus welcher sich alle Pflanzen im Laufe der Jahrzehnte entwickelten. Seine Untersuchung wird als die idealistische Morphologie bezeichnet und gilt als der erste Denkansatz, der den Grundstein für unsere heutige Evolutionstheorie legte. Auch der Physiologe Karl Friedrich Burdach verwendete den Begriff der Morphologie erstmals 1800 in seinen veröffentlichten Werken und verwendete morphologische Untersuchungen innerhalb seiner Forschungen. Hiermit trug auch er zur Bekanntmachung des Begriffes dar. Karl Friedrich Burdach war unter anderem auch einer der ersten, die den Begriff der Biologie verwendeten und somit bekannt machten. Die Morphologie dient heutzutage als Grundstein der Systematik. Die Systematik in der Biologie hat zum Ziel, Organismen zu bestimmen, zu benennen und einzuteilen. Des weiteren dienen die morphologischen Untersuchungen der Phylogenese, in der ebenfalls der Ursprung und die Entwicklung der Organismen untersucht wird.

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