Phonologie

Phonologie, die Lehre von den Sprachlautsystemen der einzelnen Sprachen.

Der Begriff Phonologie stammt aus dem altgriechischen Wort „phōnḗ“, was im Deutschen so viel wie „Stimme“, „Laut“, „Ton“, oder „Sprache“ bedeutet und dem Wort „lógos“, was im Deutschen die „Lehre“ bedeutet. Es ist also die Laut-, oder Sprachlehre. Die Phonologie ist damit ein Teilbereich der Sprachwissenschaft, genauer gesagt ein Teil der theoretischen Linguistik. Eng bei ihr ist auch die Phonetik. Zusammen bilden die beiden das Gebiet der Lautlehre.
Im Gegensatz zur Phonetik, die konkrete Sprachlaute nach ihren Eigenschaften untersucht, zielt die Phonologie auf abstrakte Werte der Laute ab, auf die Funktionen der Laute in den Sprachsystemen der verschiedenen Sprachen. So genommen zählt die Phonetik sogar in den Bereich der Grammatik. Was tun Phonetiker? Sie ermitteln die distinktiven Merkmale und die Silbenstrukturen von Lautsprachen. Distinktive Merkmale sind zum Beispiel gegeben, wenn sich zwei Laute mindestens in einem unterschiedlichen Wert unterscheiden.

Man sollte einige Grundbegriffe der Phonetik kennen. Dazu zählt das Wort „Phonem“. Dies ist die Bezeichnung für die kleinsten aus einem Lautstrom entstehenden Segmente mit einer bedeutungsunterscheidenden Funktion. Nimmt man beispielsweise das Wort „rot“, so kann es sein, dass in manchen Dialekten das /r/ gerollt wird und in manchen Dialekten nicht. Der Hörer versteht aber immer das gleiche Wort „rot“. Nun ist das Phonem /r/ nicht bedeutungsunterscheidend. Versteht man jedoch statt „rot“ das Wort „tot“, so ist das Phonem /r/ bedeutungsunterscheidend und wird zu dem Phonem /t/. Wörter, die sich nur in einem Phon unterscheiden werden als Minimalpaar bezeichnet. Als Minimalpaar versteht man im Deutschen zum Beispiel die Wörter „Wind“ und „Wand“, denn sie haben die gleiche Lautstruktur, unterscheiden sich aber in einem Phonem und daher auch in der Bedeutung. Wenn nun beispielsweise aus zwei Phonen in der gleichen lautlichen Umgebung (einem Minimalpaar) Wörter mit einer unterschiedlichen Bedeutung entspringen, dann werden zugleich auch zwei verschiedene Phoneme gebildet. Der nächste wichtige Begriff sind die „Allophone“. Ein Allophon besteht aus nicht gleichen, sondern phonetisch ähnlichen Phonen, die keine Bedeutungsunterscheidung darstellen. So wird in manchen Teilen Deutschlands ein Wort mit dem Zungenspitzen – “r“ gesprochen und in anderen Teilen mit einem gerollten “r“. Die Worte unterscheiden sich dann nur im Klang, nicht jedoch in der Bedeutung.

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