Pragmatik

semiotik

Der Begriff Pragmatik stammt aus dem griechischen von den Worten „pragma“ oder „ pragmatikós“, was soviel heißt wie „Handeln“ oder „auf das Handeln bezogen“. Demnach wäre alles, was unter den Begriff des menschlichen Handelns zu beziehen ist, gleich Pragmatik. Die meist eingesetzte Form der Pragmatik stützt sich jedoch auf die Linguistik. Es wird daher auch oft noch die genauerer Bezeichnung „linguistische“ Pragmatik angewandt, wenn man von der Lehre des Platzes der Sprachtätigkeit im Handeln der Menschen sprechen möchte. Der eigentliche Gegenstand, das Handeln also, auf das sich die Pragmatik dann bezieht, ist die visuelle und teilvisuelle Kommunikation, also Sprechakte. Ein Sprechakt besteht aus Signalen. Das Signal gibt der Sprecher von sich und es wird vom Zuhörer verstanden. Ein kompletter Sprechakt kommt zustande, wenn der Zuhörer nun auch ein Signal erwidert und der vorherige Sprecher zum Zuhörer wird, indem er das Signal empfängt. Einfach gesagt besteht ein Sprechakt also auf Rede und Gegenrede. Dazu ist es gleich, ob sich die Sprachpartner genau gegenüberstehen (visuell) oder sich nicht sehen (teilvisuell).
Die Pragmatik ist eng zusammengehörig mit der Semantik. Diese untersucht nämlich die Beziehung aus der Bedeutung der Signale und deren Ausdruck. Die Pragmatik befasst sich wiederum nur mit dem Sinn dieser Äußerungen, mit dem was letztlich ausgesprochen wird. Bedeutung und Sinn des Gesprochenen sind also unterteilt in Semantik und Pragmatik. Sie können bei der Untersuchung der Sprachhandlungen niemals allein gestellt werden. Ein Beispiel aus der Pragmatik könnte folgender Sprechakt sein:

Sprecher A: „Wie fandest du die Speisen und Getränke in diesem Lokal?“
Sprecher B: „Ich mochte die Speisen sehr.“

Dieser Sprechakt wäre nun zu untersuchen nach der Art des sprachlichen Handelns, die der Sprecher anwendet und dem Zweck dieser sprachlichen Handlung. In diesem Sinne unterscheidet man in der funktionalen Pragmatik zum Beispiel zwischen „Frage-Antwort“ und „Aufgabe-Lösung“. Im oben genannten Beispiel ist die Art des sprachlichen Handeln somit eine Frage. Diese kann niemals wahr oder falsch sein. Der Zweck des Handelns ist es, eine Antwort hervorzurufen. Im Beispiel wird dieser Zweck erfüllt, jedoch nicht ganzheitlich. Hier käme nun wieder die Semantik ins Spiel, die untersucht, ob die Frage so gestellt wurde, dass Sprecher B vielleicht gar keine andere Wahl hatte, als nur auf eine Hälfte der Fragen einzugehen.

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